Zum Inhalt springen
TinyTechLab — Startseite

Werkzeuge, die es so nicht gab

Freistellen ohne Handarbeit

Ein Objekt sauber aus einem Foto zu lösen ist Handarbeit — oder war es. Die Kette hier läuft ohne Zutun durch und braucht gut zwanzig Sekunden je Bild, auf der normalen Hauptplatine, ohne Grafikkarte.

Eine Katze auf einer Decke, mit rot eingezeichneter automatisch gefundener Umrisslinie

Vier Stufen, und jede hat ihren Grund

Erstens ein Segmentierungsmodell, das grob entscheidet, was Objekt ist und was nicht. Das dauert mit 21 Sekunden am längsten und liefert eine harte Kante — gut genug für den Umriss, zu hart für Haare und Fell.

Zweitens wird aus dieser Maske ein Band gemacht: sicher innen, sicher außen, dazwischen ein paar Pixel „unbekannt“. Drittens rechnet ein Alphamatting-Verfahren in diesem Band aus, wie durchsichtig jeder einzelne Punkt ist. Viertens wird die Vordergrundfarbe geschätzt — sonst zieht sich der alte Hintergrund als farbiger Saum um das Objekt.

Eine freigestellte schwarz-weiße Katze vor weißem Grund, kopfüber liegend. Die einzelnen Schnurrhaare sind erhalten geblieben
Das Prüfbild auf Weiß. Darauf fallen dunkle Säume auf — auf dem zweiten, schwarzen Prüfbild die hellen. Beide gehören zu jedem Lauf.

Warum immer mit Prüfbildern

Ein Freisteller, der sein Ergebnis nur auf durchsichtigem Grund zeigt, verbirgt genau die Fehler, auf die es ankommt. Deshalb schreibt jeder Lauf drei zusätzliche Bilder: das Objekt auf Weiß, auf Schwarz, und die Schnittkante rot über dem Original.

Nur auf dem dritten sieht man, ob irgendwo ins Objekt geschnitten wurde. Das ist der Fehler, der später am teuersten ist, weil er sich nicht mehr reparieren lässt.