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Gehäuse für eine Lernplatine

Die Platine hat die Form einer Figur, kein Rechteck. Ein Standardgehäuse gibt es dafür nicht. Schwieriger als die Form war aber die Maßfrage: es existiert kein öffentliches Platinenlayout, und die einzige verfügbare Zeichnung war in der Höhe verzogen.

Vier Ansichten eines Gehäuses in Robotform für eine Mikrocontroller-Platine
Maßzeichnung der erkannten Platinenkontur in Rot, mit eingezeichneten Breitenmaßen an zwölf Höhen und einer Tabelle, die jeden Wert gegen das von Hand gemessene Maß stellt
Jede Zeile der Tabelle vergleicht die aus der Zeichnung gewonnene Kontur mit einem Maß, das mit dem Messschieber genommen wurde. Ohne diese Spalte wäre die Kontur eine Behauptung.

Eine Zeichnung, die anderthalb Maße hergibt

Die einzige brauchbare Vorlage war eine Strichzeichnung des Layouts — orthogonal gerendert, mit Bohrungen und Bestückungsdruck, aber ohne ein einziges Maß. Also wurde die Fläche maskiert, der Umriss extrahiert und über vier mit dem Messschieber genommene Maße skaliert.

Dabei kam heraus, dass die Zeichnung in der Höhe um Faktor 1,12 gestreckt ist — in der Präsentation, aus der sie stammt, war sie gezogen worden. Aufgefallen ist das an den Augen der Figur: die sind in Wirklichkeit rund mit 8,4 mm, in der Zeichnung aber deutlich höher als breit. Seitdem bekommen x und y verschiedene Maßstäbe.

Der Hinweis kam von Michi, und er war nicht als Deko gemeint: ein rundes Merkmal bekannter Größe ist die Verzerrungsprobe. Erscheint der Kreis als Ellipse, gibt das Achsverhältnis direkt die Stauchung an.

Die gedruckte Rückschale in zwei Ansichten: von vorn folgt sie der Figurenkontur mit Lüftungslöchern und zwei senkrechten Schlitzen, schräg sieht man die umlaufende Wand und die Rastnasen
Die Schale folgt der Kontur statt sie zu umschließen — die Front bleibt offen, weil dort alles sitzt, was Zugang braucht.

Wo die Messung selbst danebenlag

Die Skalierung über die Kartenzunge wurde zuerst im untersten Prozent der Maske genommen. Dort ist die Kontur aber schon verrundet: gemessen wurden 878 Pixel statt 897, also 2,2 % zu wenig. Dadurch war der x-Maßstab zu groß und die ganze Kontur 1,86 mm zu breit. Jetzt wird der Median über ein Band in gesunder Höhe genommen.

Zwei weitere Fallen derselben Art steckten in der Kopfbreite: eine feste Suchgrenze verfehlt die breiteste Stelle je nach Wahl um 0,6 mm oder trifft schon die Schulter und liegt 6 mm daneben. Jetzt wird die Stelle genommen, an der der Breitenzuwachs versiegt.

Lose sitzen, sicher rasten

Die Passung ist eine Reihe gedruckter Versuche: 0,40 mm zu eng, 0,65 nur mit Gewalt, 0,80 und 1,00 immer noch zu eng. Bei 1,20 mm sitzt sie locker — und hielt in der ersten Fassung trotzdem nicht, weil die Rastnasen die Platinenkante um 0,6 mm verfehlten. Der Parameter mischte Übergriff und Spiel.

Seit beide getrennt sind, sitzt die Nasenachse fest und Spiel ändern verstellt den Halt nicht mehr. Kontrolliert wird über das Übergriffsvolumen: 0,091 cm³ heute gegen 0,019 cm³ in der ersten Fassung. Michis Vorgabe dazu war ein Satz: „Es muss nicht perfekt halten, nur nicht abfallen.“