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Werkzeuge, die es so nicht gab

Maßstab für Fotomessung

Ein Foto hat keinen Maßstab. Ein Zollstock im Bild gibt einen — aber nur entlang seiner eigenen Richtung, und auch den nur, wenn man genau senkrecht fotografiert hat. Vier bekannte Punkte geben dagegen die ganze Perspektive her.

Ein Blatt mit vier quadratischen Markierungscodes und einer Maßangabe von 100 Millimetern
Schräg aufgenommenes Markenblatt mit vier quadratischen Mustern in den Ecken und einer 100-mm-Strecke in der Mitte; rechts daneben ein schwarzes Rechteck, das durch die Perspektive verzerrt ist
So kommt das Foto an: schräg, mit perspektivisch verzogenem Prüfkörper.
Dasselbe Blatt nach der Entzerrung, jetzt rechtwinklig, mit einem Millimetergitter darüber. Das schwarze Rechteck steht gerade und lässt sich am Gitter ablesen
Dasselbe Bild in die Blattebene gerechnet. Jede Strecke darin ist unmittelbar ein Maß.

Der Selbsttest, der den Unterschied zeigt

An einer künstlichen Aufnahme mit bekannter Wahrheit — einem Rechteck von 78,5 × 250 mm — lässt sich beides vergleichen:

  • über die Marke entzerrt: 78,50 × 249,80 mm
  • mit einem einzigen Maßstab im verzerrten Bild: 85,77 × 268,62 mm

Das sind 9 beziehungsweise 7 Prozent daneben — und genau diese Sorte Fehler hat bei einem anderen Projekt das erste gedruckte Teil unbrauchbar gemacht.

Zwei Grenzen, die dazugehören

Die Marke richtet nur ihre eigene Ebene. Was davor oder dahinter liegt, bleibt falsch. Dafür gibt es das zweite Blatt: liegen beide im Bild, wird der Maßstabsunterschied zwischen den Ebenen ausgegeben.

Und: Drucker skalieren. Der 100-mm-Balken auf dem Blatt gehört nachgemessen, und wenn er 99,6 misst, wird das mitgegeben. Ein Maßstabsnormal, das selbst nicht stimmt, ist schlimmer als keines.