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Vom Scan zum Bauteil

Scan-Netz zurück zu CAD-Flächen

Ein Scan ist ein Haufen Dreiecke. Damit lässt sich nichts konstruieren — keine Bohrung ansetzen, keine Fläche verlängern, keine Kante anfasen. Gebraucht werden Flächen, die wissen, was sie sind: diese ist eine Ebene, jene ein Zylinder mit diesem Radius um diese Achse.

Vergleich eines segmentierten Scan-Netzes mit dem daraus erzeugten CAD-Körper
Ein Scan-Netz in zwei Ansichten, oben nach Regionen eingefärbt, unten nach Flächentyp. Die Legende nennt 9 Ebenen, 30 Zylinder, 2 Kegel, 1 Kugel und 1 Torus
Schritt eins: das Netz in Regionen zerlegen und jede Region gegen fünf Grundformen fitten. Die untere Reihe zeigt, welcher Typ wo gewonnen hat.

Wie aus Dreiecken Flächen werden

Die Regionen wachsen über den Nachbarschaftsgraphen der Dreiecke. Jede Region wird dabei laufend gegen die fünf Grundformen gefittet und wächst weiter, solange Abstand und Normalenabweichung in der Toleranz bleiben. Ein Strafterm bevorzugt die einfachere Fläche — wo eine Ebene reicht, soll kein Torus stehen.

Danach wird getrimmt: die Randschleife jeder Region wird auf ihre Trägerfläche projiziert, in der Flächenparametrisierung entrollt, ausgedünnt und zu einer berandeten Fläche gemacht. Zum Schluss werden alle Flächen zu einer Schale zusammengenäht und zum Volumenkörper geschlossen.

Vier Ansichten eines Maschinenbauteils, links nach Flächentyp eingefärbt in Blau, Orange und Grün, rechts dasselbe Teil einfarbig grau. Oben links steht der Volumenfehler mit 7,16 Prozent
Das Prüfbild nach dem Zusammenbau. Links die erkannten Flächen, rechts der fertige Körper — und die Abweichung dazu, nicht nur daneben, sondern als Zahl.

Zwei Wege zu trimmen, und beide haben einen Preis

Variante A gibt jeder Fläche ihren eigenen, aus dem Netz projizierten Rand. Die Genauigkeit ist die beste, aber es entstehen viele kurze Kanten, und die Nähte zwischen zwei Flächen stimmen nur toleranznah überein.

Variante B rechnet jede Patchgrenze einmal und lässt sie von beiden Flächen teilen; die Randpunkte werden auf den Schnitt der beiden Trägerflächen relaxiert, die Ecken auf den Schnitt dreier Flächen. Das ergibt eine viel sauberere Topologie — 241 statt 1390 Kanten — trimmt aber noch acht Flächen falsch. Dass das hier steht, ist der Punkt: beide Wege sind gemessen, keiner ist fertig.